Betriebspraktikum 9. Jahrgangstufe – Abwechslung zum Schulalltag oder Sinn stiftendes Erlebnis?

Der Bildungsauftrag des Gymnasiums umfasst heutzutage auch das Ziel, den Schülerinnen und Schülern konkrete Vorstellungen von der Arbeitswelt zu vermitteln. Dies geschieht im Unterricht durch geeignete Fragestellungen im Rahmen der Themenbereiche ‚Berufsorientierung und Berufswahl’, ‚Betriebswirtschaftslehre’ im Fach Wirtschaft- und Rechtslehre. Eine reine kognitive Wissensvermittlung wäre in diesen Themenbereichen jedoch kaum befriedigend, bietet unsere Region doch so zahlreiche unterschiedliche und interessante Möglichkeiten, die Praxis hautnah zu erleben. Unsere Schule ermöglicht es den Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen, für eine Woche während der Schulzeit die Schultasche in die Ecke zu stellen und stattdessen „Praxisluft“ zu schnuppern. Sie bewerben sich dabei selbstständig um eine Stelle.

Zahlreiche Betriebe, Behörden und soziale Einrichtungen, Ärzte, Anwälte u.a. gewähren erfreulicherweise unseren Schülerinnen und Schülern Jahr für Jahr Einblicke in ihren Berufsalltag. Auf den ersten Blick erscheint dies eine willkommene Abwechslung zum Alltag in der Schule zu sein. Endlich mal nicht lernen müssen für den nächsten Tag. Keine Hausaufgaben. Kein Ausfragen. Für viele zeigt die Praxis jedoch bald, dass auch ein Arbeitstag anstrengend sein kann, wenn auch auf andere Art und Weise. So endet die Arbeitszeit in den allermeisten Fällen nicht mittags, sondern am späten Nachmittag: Die Praktikantinnen und Praktikanten begleiten den normalen Tagesablauf in ihrer  Einsatzstelle und werden - soweit möglich - in den Arbeitsprozess einbezogen. Durch einen Praktikumsbericht und eine Nachbereitung in der Schule werden die Eindrücke vertieft und reflektiert.

Wir hoffen, dass das Betriebspraktikum erste Eindrücke ins Berufsleben vermittelt und den Schülerinnen und Schülern erste Anregungen auf ihrem langen Weg zum richtigen Beruf / Studium gibt. Auch wenn das Praktikum „nur“ eine Woche dauert – es leistet dennoch einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler. Sie können zudem aus erster Hand erfahren, welche Eigenschaften von den Arbeitnehmern heutzutage gefordert werden. So wissen sie hinterher hoffentlich ein bisschen besser darüber Bescheid, was in einigen Jahren auf sie zukommen wird.  Und manch einer geht vielleicht wieder motiviert in die Schule, weil er weiß, welches Wissen, welche Qualifikation oder welches andere Angebot unserer Schule ihm auf seinem individuellen Weg Hilfe sein können. Letzten Endes zeigt sich, dass es keine „oder“- Frage ist – das Betriebspraktikum ist Abwechslung zum Schulalltag und Sinn stiftendes Erlebnis zugleich.

 

(U. Walter)

 

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