Aktuelle Berichte

Das zweite Jahr des Comeniusprojekts mit Reisen nach Frankreich, Dänemark und Italien

Bericht zur internationalen Woche am Rottmayr-Gymnasium mit Bildern

Fernsehbeitrag

Unter folgendem Link findest Du einen Fernsehbeitrag des RFO über die Pressekonferenz, welche bei der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen stattfand.

http://www.rfo.de/mediathek/Nachhaltigkeit_europaweit-15513.html

 

(W. Denkl)

Pressemitteilung

Comenius- Projekt am Rottmayr- Gymnasium Laufen
Erste Ergebnisse der europaweiten Umfrage über Nachhaltigkeit und Lebensstile

11 Schüler aus einem P-Seminar der Q11 des Rottmayr-Gymnasiums haben gemeinsam mit vier Partnerschulen aus Dänemark, Frankreich, Italien und Österreich eine europaweite Umfrage gestaltet und ausgewertet.
Ein Projekt-Seminar in der Oberstufe teilt sich grundsätzlich in zwei Teilbereiche. Der erste Teil ist zur Berufs- und Studienorientierung gedacht und soll die Schüler auf das Arbeitsleben vorbereiten. Der zweite Bereich greift die vorangegangene Orientierung durch ein anwendungsbezogenes Projekt auf, das die Fähigkeit zur zielgerichteten und systematischen Zusammenarbeit im Team vertiefen soll. Durch Einbindung eines oder mehrerer externer Partner erhalten die Schüler einen realitätsnahen Einblick in die Bedingungen und Anforderungen der Berufswelt. Am Rottmayr-Gymnasium läuft derzeit unter dem Leitfach Französisch das Projekt „Nachhaltigkeit und Lebensstile in Europa“ im Rahmen des von der EU geförderten Comenius- Programms.
Das Comenius- Programm der EU, benannt nach dem tschechischen Pädagogen Johann Amos Comenius, ist allgemein zur Förderung der europäischen Integration gedacht. Schüler sollen nationale Grenzen überschreiten und europaweit zusammenarbeiten. Dabei werden sowohl ihre sprachlichen Kompetenzen erweitert als auch ihre Fähigkeiten zur internationalen Zusammenarbeit und Etablierung in der globalisierten Welt vertieft.
Im P- Seminar des Rottmayr-Gymnasiums erstellten die Schüler einen gemeinsamen, europäischen Fragebogens, um das nachhaltige Konsumverhalten und die Lebensstile in den fünf beteiligten Ländern zu ermitteln. Zum Entwurf des Fragebogens reisten vier deutsche Schüler nach Naestved in Dänemark. Dabei entstand ein vierseitiger Bogen zu den Themen Energie, täglicher Konsum, Kleidung, Transport, Urlaub, Ferien, Abfall und Recycling. Anschließend wurden sie in den teilnehmenden Ländern verteilt unter der Berücksichtigung der Frage, wie man im Rahmen des Projekts am Ort zu einem möglichst repräsentativen Ergebnis kommen kann. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden abgezählte Fragebögen an Grund-, Haupt- und Realschulen, am Gymnasium selbst und außerdem an private Haushalte verteilt. Anschließend erfolgte die Auswertung der 350 Fragebögen durch eine von den Schülern programmierte Excel-Datei.
Im März 2012 werden die Schüler aller Partnerschulen nach Jaunay- Clan an das Lycée Pilote Innovant International bei Poitiers in Frankreich reisen. In der Zeit von 26.03. bis 30.03. findet dort die Internationale Woche statt. Voraussichtlich 11 Nationen werden vertreten sein, darunter Kanada, China und Russland. Die Schülerdelegationen des Comenius-Projekts werden im Laufe dieser Woche ihre Ergebnisse vergleichen und sie für das Abschlusstreffen in Valdobbiadene in Norditalien vorbereiten.
Markante Ergebnisse unserer deutschen Umfrage waren, dass knapp 24% der Befragten nicht wissen, aus welcher Quelle sich ihr Hausstrom speist. Knapp 60% interessieren sich nicht dafür, wie hoch ihr Strom- und Wasserverbrauch ist. Vielen ist zudem nicht klar, wie umweltschädlich ihre Elektrogeräte sind. Manchen ist der Begriff „Energieeffizienzklasse“ nicht einmal bekannt. Außerdem heizen die meisten Haushalte immer noch mit fossilen Energieträgern, nur etwa 14% geben regenerative Heizquellen an. Das Auto ist bei fast allen das am häufigsten genutzte Transportmittel, und die meisten Befragten wollen auch keineswegs auf das Auto als Haupttransportmittel verzichten, auch wenn es Alternativen gäbe. Dies gilt auch für Urlaubsreisen.
30% beklagen sich  über das mangelnde Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln in ihrer Region, lediglich 18% würden ihr privates Kraftfahrzeug weniger oft nutzen, wenn die Infrastruktur besser wäre. Bei der Wahl des Transportmittels steht die Zeitersparnis eindeutig im Vordergrund, nur 11% denken beim Transport an die Umweltproblematik.
Positive Aspekte sind unter anderem, dass 89% angeben, ihren Müll stets zu trennen. Ein Großteil würde auch weniger Müll zu produzieren, wenn die Entsorgung teurer wäre. Knapp 60% versorgen sich teilweise in irgendeiner Weise selbst, vor allem durch Obst- und Gemüseanbau, und achten zudem meist auf die Herkunft ihrer Lebensmittel. Etwa ein Viertel der Befragten besitzen eine Photovoltaikanlage.
Die Ergebnisse der anderen Länder werden mit Spannung erwartet. Im September dieses Jahres werden sich die europäischen Partner in Laufen zur „Internationalen Woche der Nachhaltigkeit“ einfinden, um ihr Projekt fortzuführen. Geplant sind Workshops, Exkursionen und Vorträge verschiedener Experten in Zusammenarbeit mit der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege Laufen. Es liegt außerdem eine Zusage von Bayerns Umweltminister Marcel Huber zu einer Podiumsdiskussion vor. Themen sind die Vor- und Nachteile der deutschen Energiewende, das Nachhaltigkeitskonzept der Bayrischen Staatsregierung und die Möglichkeiten zur energetischen Nutzung der Salzach. Im Oktober 2012 und im Februar 2013 sind erneut zwei Zusammenkünfte in Dänemark und in Poitiers geplant. Dort werden sich die Schüler abschließend damit beschäftigen, einen gemeinsamen europäischen Kalender der Nachhaltigkeit zu erstellen, um eine breite Öffentlichkeit auf die Problemstellung eines umweltbewussten Handelns aufmerksam zu machen. Ein Aufenthalt in Valdobbiadene mit einer großen Präsentation und der Abschlussfeier wird die Zusammenarbeit beschließen.
Nähere Informationen zum Projekt und dessen Verlauf finden Sie auf der Homepage der Schule unter www.rottmayr-gymnasium.de/aktuelles-und-termine/laufende-projekte/comenius-projekt.html Dort werden auch die Ergebnisse unserer Umfrage sowie jeweils aktuelle Berichte und Materialien zu Projektaktivitäten veröffentlicht.
Maria Rehrl und Johanna Wagner, Q11a

(i.A. W. Denkl)

Bericht Dänemark

 

 

Vom 14.11 bis 18.11.2011, reisten vier Schüler des P-Seminars des Rottmayr-Gymnasiums zum ersten Mal nach Naestved in Dänemark um ihm Rahmen des Comenuis-Projektes, welches von der EU finanziert wurde, mit den Schülern aus vier weiteren Ländern (Österreich, Italien, Frankreich, Dänemark) über das Thema Nachhaltigkeit zu diskutieren. Sie wohnten in dieser Zeit bei den Schülern der dänischen Partnerschule und bekamen somit auch einen kleinen Einblick in das alltägliche skandinavische Leben. Als Ziel der Woche setzten sich die motivierten Schüler den Entwurf eines Fragebogens, der schließlich in den teilnehmenden Ländern einen Gesamtüberblick über das Konsumverhalten liefern soll. Im Januar und Februar 2012 werden die Ergebnisse ausgewertet und international verglichen und im Frühjahr 2013 bei dem Abschlusstreffen in Valdobbiadene (Norditalien) ausgestellt. Am Mittwoch, den 16.11, besuchten alle teilnehmenden Schüler die dänische Hauptstadt Kopenhagen. Da Dänemark bekannt für den einzigartigen und modernen Kunststil ist, besichtigten sie zuerst Das Museum für Moderne Kunst in Arken, wo unter anderem auch Werke von Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat ausgestellt waren. Danach besuchten sie das Niels-Bohr-Institut für Eis- und Klimaforschung  und bekamen in einem Vortrag einen Einblick in Ursachen und Geschichte des Klimawandels  der vergangenen 180 000 Jahre. Viele Zusammenhänge sind den Forschern noch unklar, jedoch finden sich viele mehr oder weniger eindeutige Hinweise auf eine Zunahme der Erddurchschnittstemperatur. Besonders das Verhältnis von Verstärkungs- und Abschwächungsfaktoren dieser Entwicklung ist in der Wissenschaft umstritten. Nach dem Vortrag durften die Projektteilnehmer einen Blick auf Eisbohrproben aus einer der Klimaforschungsstationen auf Grönland in den -25°C kalten Kühlkammern werfen. Mit kalten Händen und roten Nasen bekamen die Schüler anschließend Zeit Kopenhagen alleine zu erkunden und entdeckten so manche Unterschiede aber auch zahlreiche Gemeinsamkeiten mit der deutschen Kultur.
Die Projektteilnehmer freuen sich bereits auf ein Wiedersehen mit ihren neugewonnenen Freunden im März 2012 bei der Internationalen Woche (http://www.lp2i-poitiers.fr/spip.php?article1368) am Lycée Pilote Innovant International bei Poitiers (Frankreich).
Melanie Schneider

 

(i. A. Werner Denkl)

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